Energienutzungsplan Landkreis Haßberge

Erfassung des Status Quo und ein Handlungsleitfaden

 

Das Institut für Energietechnik IfE GmbH an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Markus Brautsch erarbeitete für den Landkreis Haßberge einen Energienutzungsplan, welcher zu 70 Prozent vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie gefördert wurde. Der Bearbeitungszeitraum für das umfangreiche Energiekonzept erstreckte sich von Juli 2013 bis Mai 2015.

 

Ausgehend von einer Datenerfassung in den 26 teilnehmenden Kommunen wurde zunächst detailliert die Energiebilanz des Landkreises Haßberge im Ist-Zustand für das Bilanzjahr 2012 erfasst. Dabei wurden vier Verbrauchergruppen „Private Haushalte“, „Kommunale Liegenschaften“, „Landkreisliegenschaften“, „Gewerbe / Handel / Dienstleistung / Industrie / Landwirtschaft“ und Verkehr definiert. Für das Bilanzjahr 2012 beläuft sich im Betrachtungsgebiet der jährliche Endenergiebedarf im Ist-Zustand auf rund 2.431.542 MWh. Davon werden rund 1.041.223 MWh für die Wärmeversorgung aufgewendet. Zur Deckung des elektrischen Bedarfs werden pro Jahr rund 425.918 MWh Endenergie benötigt. Rund 964.401 MWh an Endenergie werden zur Deckung der Mobilität aufgewendet. Derzeit werden ca. 24 % der benötigten Wärme im Betrachtungsgebiet aus Erneuerbaren Energien bereitgestellt, während im Bereich der elektrischen Energien bereits 54 % des Bedarfs aus Erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden. Aus dem Gesamtendenergieverbrauch resultiert unter Gegenrechnung der im Betrachtungsgebiet bereits vorhandenen Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien ein Ausstoß von rund 190.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Dies entspricht einem jährlichen Ausstoß klimawirksamer Gase von rund 8,1 Tonnen CO2 pro Kopf.

 

Zentrales Element des Energienutzungsplanes war die Ausarbeitung eines kommunenspezifischen Handlungsleitfadens, welcher konkrete Projekte zur Umsetzung der ausgearbeiteten Potenzialanalyse beschreibt. Dieser Handlungsleitfaden wurde in enger Abstimmung mit den kommunalen Akteuren ausgearbeitet und während des Prozesses in vier Regionalkonferenzen und einer Fachkonferenz „Biogas“ konkretisiert. Um im Rahmen dieses Konzeptes erste Maßnahmen direkt anzustoßen, wurden drei exemplarische Leuchtturmprojekte (Nahwärmenetz in Breitbrunn/Kottendorf, Gesamtenergiekonzept für das Oberaurachzentrum, Energetische Klärschlammnutzung in Aidhausen) umfassend auf technische und wirtschaftliche Umsetzbarkeit hin geprüft. Der erarbeitete Handlungsleitfaden stellt somit eine Maßnahmenliste dar, welche die Kommunen die nächsten Jahre in die Umsetzungsphase überführen können.